Experimentelle Kognitionswissenschaft

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Arbeitsgruppenleiter

Prof. Dr. Volker Franz studierte Psychologie und Physik an der Universität Konstanz und an der University of California, San Diego. Diplom in Psychologie (1995) an der Universität Konstanz. Nach dem Diplom arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Freiburg (Arbeitsgruppe Prof. Spada) und von 1997 bis 2002 an dem Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik Tübingen (Arbeitsgruppe Prof. Bülthoff). Dissertation (2000) an der Ruhr-Universität Bochum (Hauptgutachter Prof. Güntürkün). Von 2002 bis 2010 war er an der Justus-Liebig-Universität Gießen (Arbeitsgruppe Prof. Gegenfurtner), wo er 2005 habilitierte. Von 2010 bis 2015 war er Professor für Allgemeine Psychologie an der Universität Hamburg. Seit Oktober 2015 ist er Professor für Experimentelle Kognitionswissenschaft in Tübingen.

Forschung

Unsere Forschung liegt im Bereich der experimentellen Kognitionswissenschaften und den zugehörigen statistischen Methoden. Den kognitionswissenschaftlichen Schwerpunkt bildet die Frage, wie Menschen sensorische Information (z.B. das visuelle Abbild eines Objektes auf der Retina) verarbeiten, wie sie diese Information verwenden, um motorische Handlungen zu steuern und inwiefern sich bei dieser Verarbeitung funktionelle Subprozesse innerhalb des kognitiven Systems nachweisen lassen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Betrachtung der gesamten Wahrnehmungs-Handlungsschleife (also von sensorischer Eingangsinformation zu motorischer Interaktion mit einem Objekt). Dies ist wichtig, da die Art der Interaktion mit dem Objekt und die daraus gewonnene sensorische Rückmeldung weitreichende Konsequenzen auf Art und neuronale Lokalisation der Informationsverarbeitung haben können. Antworten auf diese Forschungsfragen haben sowohl Auswirkungen auf unsere theoretische Auffassung der biologischen Informationsverarbeitung als auch auf Anwendungsfelder wie die Architektur technischer kognitiver Systeme und die Gestaltung von Mensch-Maschine-Interaktionen. So sollte zum Beispiel bei gelungener Mensch-Maschine-Interaktion das technische System relevante Informationen in Form angemessener und leicht interpretierbare Wahrnehmungseindrücke generieren und zugleich natürliche und einfach durchführbare (Re)Aktionen des Menschen erlauben und adäquat interpretieren. Die menschliche Wahrnehmungs-Handlungsschleife stellt damit das komplementäre Gegenstück zu dem technischen System dar und muss im Design eines solchen technischen Systems beachtet werden.

Der zweite Schwerpunkt unserer Forschung liegt auf einer engen Verbindung inhaltlicher Fragestellungen mit methodischen und statistischen Themen. In unserer Arbeit zeigte sich wiederholt, dass Ungenauigkeiten in der methodischen Herangehensweise zu erheblichen Abweichungen in der inhaltlichen Interpretation führen können. Wir nahmen dies zum Anlass, methodische Fragestellungen in separaten Projekten vertiefend zu analysieren. So untersuchten wir zum Beispiel Konfidenzintervalle in Messwiederholungsdesigns, bei Quotienten von Zufallsvariablen, Bootstrap-Methoden, und entwickelten mathematische Modelle, die eine tiefergehende Untersuchung inhaltlicher Fragestellungen im Bereich von Wahrnehmung und Handlung erst ermöglichen.

Wir verfügen über ein Labor (derzeit im Aufbau), das Präzisionsmessungen von Augen- und Handbewegungen mit Elektroenzephalographie (EEG) kombiniert, und gleichzeitig über Kooperationen funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) auf die gleichen Fragestellungen anwendet. Hiermit kann sowohl die menschliche Wahrnehmungs-Handlungsschleife untersucht werden als auch deren Interaktion mit technischen Systemen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Verwendung visueller Information für Auge-Hand Koordination.

SekretariatCéline Wieders
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Fachbereich Informatik

Experimentelle Kognitionswissenschaft

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